Der Goldgehalt orientierte sich am um 1871 bestehendem
Gold-Silberwertverhältnis von 1:15,5. Danach entsprach das goldene
10-Mark-Stück genau 3 1/3 silbernen Zoll-Vereinstalern im 30-Taler-Fuß,
was bedeutet, dass 30 Taler einem Zollpfund à 500 g Feinsilber
entsprachen. Mit der Einführung der neuen Reichswährung
- 1 Mark = 100 Pfennig
wurde gleichzeitig der Übergang vom Silber- zum wertstabileren
Goldstandard vollzogen.
- 55,5555 g Feinsilber (= 3 1/3 Taler) : 3,5842 g Feingold (= 10 Mark) = 15,5 : 1
In Finnland galt seit 1864 schon 1 Markka = 100 Penniä. Sie war
ebenfalls goldgedeckt und in ihren Goldmünzen von 10 und 20 Markka an
die
Lateinische Münzunion angepasst und entsprach damit einem französischem Franc bzw. 1/4 (Gold-)Rubel.
Aufgrund des Vertrauens in die „gesicherte“ Golddeckung der
Währungen der führenden Industrieländer gab es um 1871 bis 1914
weitgehend feste Währungswechselkurse beim physischen Umwechseln der
gewichtsmäßig vollwertigen Goldmünzen, die auf der jeweiligen
gesetzlichen Goldparität zueinander beruhten. Das Vertrauen in die
Golddeckung übertrug sich auch auf die
Banknoten
und Girokonten führender Handelshäuser und Industrieunternehmen der
Hauptindustrieländer im kommerziellen Handel miteinander. Man konnte
damals schon fast von einer einheitlichen (Gold-)Weltwährung sprechen.
Beispiele für die auf der Goldparität beruhenden nominalen
Umwechselkurse sind unten angegeben und kursiv sind die realen maximalen Schwankungsbreiten auf ausländischen Börsenplätzen für die Mark im Jahre 1913 dargestellt:
- 1
Franken bzw. Franc, Lira, Drachme, Lew, Leu, Peseta, Dinar, Markka der lateinischen Münzunion und assoziierter Länder = 0,81 M (Paris 1913: 0,80825 ... 0,81450 M)
- 1 Pfund Sterling (Sovereign) = 20,43 M (London 1913: 20,410 ... 20,545 M)
- 1 Österreichisch-ungarische Goldkrone = 0,85 M (Wien 1913: 0,84300 ... 0,85025 M)
- 5 (Gold-)Rubel = 20 Franken = 16,20 M
- 1 US-Dollar = 4,19 M (New York 1913: 4,1875 ... 4,2200 M)
- 1 dänische, norwegische, schwedische Krone = 1,125 M
- 1 niederländischer Gulden = 1,69 M (Amsterdam 1913: 1,6880 ... 1,6965 M)
Beim physischen Umwechseln der
Scheidemünzen
und Banknoten der als weniger solvent eingeschätzten Länder, wie
beispielsweise Spanien, Bulgarien, Russland und später Griechenland gab
es im Vergleich zu den Goldmünzen dieser Länder geringe bis mittlere
Kursabschläge – neben der zusätzlichen Wechselgebühr; man sprach dann
z. B. entweder vom Gold-Rubel oder vom kursminderwertigen Papier- bzw.
Silber-Rubel. Wurden größere Einzahlungen von ausländischen Goldmünzen
in Deutschland bei der Reichsbank vorgenommen, gab es für jede Währung
verschiedene festgelegte Goldaufkaufpreise je Münzart. Zusätzlich wurde
der Nominalbetrag nachgewogen und ggfs. der Nominalkurs, der auf der
theoretischen Goldparität beruhte, nach unten abgewertet, was mit der
Abnutzung der Goldmünzen begründet wurde. Währungen von Ländern mit
reiner Papier- oder Silberwährung unterlagen dem Börsenkurs zu den
Goldstandardländern.
Umrechnungshinweise (Kaufkraft) laut Hamburger Staatsarchiv und Statistischem Bundesamt (Quelle Fredrik Matthaei
[1]):
- 1 Goldmark (1873–1899) = 17,82 Euro
- 1 Goldmark (1900–1912) = 9,35 Euro
- 1 Goldmark (1913/14) = 8,08 Euro
- 1 Papiermark (1915) = 6,74 Euro
Anmerkung: Dem oben dargestellten Preisverfall der Goldmark
von etwa 1:2,21 bis Kriegsbeginn (hier ausgedrückt in Euro) stehen die
Preisreihen an realen Gütern und Dienstleistungen der Deutschen
Konsumvereine und der von
Jürgen Kuczynski entgegen, die nur etwa 1:1,45 von 1871 bis Juli 1914 entsprechen. Noch
mehr
hierzu
unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Goldmark Mit freundlicher Duldung von
wikipedia
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