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von Martin Möller: Deutschland 200 Jahre nach der Niederlegung der Kaiserkrone

Die Idee des Reiches als einer vielvölkischen, harmonischen katholischen Staatenfamilie wurde als höchstes Gut geschätzt, als Friedensordnung in dieser Welt. Darin liegt das Bemühen um eine Nachbildung des Vorbildes, des kommenden Reiches Christi, darin liegt die eschatologische Ausrichtung des Heiligen Reiches, des Sacrum Imperium. Der Kaiser verstand sich als Träger einer von Gott verliehenen Macht und wußte sich von daher dem göttlichen Recht unterworfen. Er, der Verwalter des Reiches als des Typus des kommenden Gottesstaates, mußte Gott Rechenschaft ablegen. So sah er sich als Repräsentant des universalen Königtums Christi auf Erden zur Erbauung und Sicherung der friedlichen christlichen Ordnung und als weltlicher Schutzherr der Kirche, die die Garantin des Reichsbestandes war. Das Ziel der Politik war nicht Weltherrschaft, sondern christliche Weltgeltung als Vorbild und Muster.


Pseudo-Reich: 1871

Aus dem hier gesagten wird, wie ich hoffe, deutlich, daß die Gebilde, die in jüngerer Zeit sich „Reich“ nannten, dies zu Unrecht taten. Dies betrifft sowohl das Deutsche Reich von 1871, das ja bekanntlich den bis heute auch völkerrechtlich wirksamen Deutschland-Begriff schuf, dies betrifft um so mehr die sich selbst Drittes Reich nennenden Herrschaft der Nationalsozialisten, die einen Gegenentwurf zum Sacrum Imperium darstellt, ein Anti-Reich gewissermaßen, das eine vollständige Pervertierung des Reichsbegriffes repräsentierte. Was immer die Nationalsozialisten getan und gelassen haben - es betrifft keinesfalls Wesen und Tradition des Reichs und ebenfalls nicht den Reichsbegriff, da das Dritte Reich nichts mit dem geheiligten Imperium gemein hatte und auch kein Reich war.

Man muß sich darüber klar sein, daß das weiland Dritte Reich am 1. Jahrestag seiner Machtergreifung - die übrigens eine demokratische Machtübertragung im Rahmen einer demokratischen Verfassung war - die letzten Reste der Selbstständigkeit der alten deutschen Reichsglieder im  „Gesetz über den Neuaufbau des Reiches“ vernichtete. Im gleichen Zuge wurde die bis dahin geltende Staatsangehörigkeit der Länder vernichtet und die bis heute existierende s.g. „deutsche Staatsangehörigkeit“ geschaffen, Akte die eine tausendjährige deutsche staatliche Tradition vernichteten. Die heutige BRD-Staatsangehörigkeit ist nichts anderes als die von Hitler geschaffene Institution, die damals übrigens hunderttausende im Auslande weilende Deutsche staatenlos machte. Auch die Fahnen der deutschen bzw. österreichischen Länder durften während des „Dritten Reiches“ nicht gezeigt werden.

Der nationalsozialistische Gegenentwurf zum Reich schöpfte nicht nur aus dem vergifteten Quellen der französischen Revolution, sondern war vor allem auch die Erfüllung der demokratischen, schwarzrotgoldenen Vision von 1848, die in ihrem großdeutschen Nationalismus und ebenfalls in ihren Forderungen nach Machtzuweisung an einen totalen Diktator 1933 und 1938 ideologisch unmittelbar vorbereitete, und zwar durchaus auf dem direkten Wege über 1914 und 1918/19. Die Berufung heutiger deutschen Staaten, auch der Pseudorepublik Österreich auf 1848 belegt deren innige Wesensverwandtschaft mit dem NS-Staat. Auch der Weltkrieg wurde bereits 1848 geplant, denn die sogenannte „Deutsche Nationalversammlung“ hatte bekanntlich nichts besseres zu tun, als Angriffskriege zu befehlen.

Translatio Imperii

Die Idee des christlichen Reiches, im alten Rom geboren und von Augustinus theologisch begründet, überlebte die Herrschaft der römischen Kaiser und führte zur translatio Imperii der Übertragung des Kaisertums durch die Kirche auf den Frankenherrscher Karl den Großen und schließlich auf den deutschen König Otto I.


Grab Ottos I. im Magdeburger Dom

Otto war der dritte deutsche König, eines Königtums, das aus der ostfränkischen Krone hervorgegangen war. Vorgänger war sein Vater, Heinrich I. aus dem sächsischen Hause der Liudolfinger, dessen Vorgänger wiederum Konrad I., ein Franke, der allerdings noch keine epochale Bedeutung gewinnen konnte. Die deutsche Krone wurde gestiftet aus dem Bund der zentralgermanischen Stämme der Bayern, Franken, Schwaben und Sachsen, die sich - auch unter dem Druck beständiger asiatischer Bedrohung - zu einem zunächst losen Zweckverband zusammengeschlossen hatten, der jedoch, in der Lehre der Kirche geeint, und mit höchsten Gnadengaben ausgestattet, die Leitung Europas und die römische Kaiserkrone beanspruchte. Dieser welthistorische Aufstieg der zwischen Nordsee und Alpen siedelnden Stämme hätte weder zu der Entstehung des deutschen Volkes, noch zur Erneuerung des römischen Kaisertums führen müssen. Daß dieses in der uns überlieferten Form geschah, deutet auf den tiefen heilsgeschichtlichen Zusammenhang zwischen deutschem Volkstum und römischem Missionsauftrag hin, der in den folgenden Jahrhunderten in großartiger Weise zur Entfaltung kam.


Das Deutsche Volk als Gottesvolk des Neuen Bundes

Die deutsche Sendung kann man letztlich nur übernatürlich von Gott her gesehen begreifen. Was ist die Wurzel des Deutschen bezüglich seiner Weltaufgabe im christlichen Sinn, die eben die Reichsaufgabe war? Die deutsche Sendung weist eindeutig auf Israel hin, auf das Königtum Davids. Wie Israel ein Gottesstaat war, wo die Religion das öffentliche Leben geprägt hat, wo der König berufen war, das Volk im Glauben zu erhalten und zu schützen, so ging diese Sendung und Aufgabe über den Papst an den deutschen König als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches über.


Germania

Die Deutschen als Reichsvolk stellten sich ganz in den Dienst der Reichsaufgabe: Missionierung, Ausbreitung der christlichen Kultur in den heidnischen Osten, später Mitaufbau eines christlich gewordenen Ostens oder die Abwehr antichristlicher Angriffe aus Asien. So fand das Deutschtum, eingebunden in das Reich und in die Reichsaufgabe, seine Sendung, sein Maß und seine Erfüllung. Die Deutschen führten gleichsam ein zweifaches Leben: als raumgebundenes Siedlungsvolk in den westlichen und mittleren Breiten der Erdteilsmitte und dann als der stärkste Träger einer den deutschen Raum weit übergreifenden Idee, nämlich der Reichsidee als des universalen Gottesstaates, des Corpus Christianorum.

Darin fand und verwirklicht sich deutsches Wesen, darin trug Deutschland zu einer europäischen Friedensordnung bei, darin fand Deutschland Ausgleich und sein Gleichgewicht. Das Reich war kein national-deutsches Reich, war kein Nationalstaat. Die Grenzen des Deutschtums im Osten nach Polen und Rußland zu, nach Böhmen, Mähren, Ungarn, Buchenland, Balkan und im Westen in die Ardennen, das Hennegau und Flandern waren nicht fest, sondern übergehend, fließend, offen. Ferner gab es deutsche Siedlungsgebiete, ganze Regionen, in anderen Staaten und Weltteilen.

Sankt Michael - Der Patron Deutschlands
usw..............

entnommen aus dem Archiv der Monarchieliga
(ehemalige Adresse) http://www.monarchieliga.de/person/moeller/reichsende-1806.htm
mit freundlicher Duldung http://www.monarchieliga.de
Für diese sehr ausführliche Heimatseite sollten Sie sich Zeit nehmen, denn daraus können die Rückschlüsse gezogen werden, wie ein zukünftiges Reich aussehen kann.


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