Das Reichskolonialamt war eine
Reichsbehörde im
Deutschen
Kaiserreich, deren Aufgabe die Verwaltung der
Kolonien war.
Bis
1890 war die
politische Abteilung des
Auswärtigen Amtes,
Dezernat für die deutschen überseeischen Interessen, für die deutsche
Kolonialpolitik zuständig. Ab diesem Zeitpunkt gab es eine eigene
Kolonialabteilung, die zwar im Auswärtigen Amt angesiedelt, aber direkt dem
Reichskanzler unterstellt war. Ab
1896 beherbergte die Abteilung auch
das Kommando über die
Schutztruppen, das bis
dahin beim
Reichsmarineamt
angesiedelt gewesen war (ab 1897 "
Oberkommando
der Schutztruppen"). Mit einem Erlass vom
17. Mai 1907 wurde das Reichskolonialamt
gebildet. Dabei handelte es sich in erster Linie um eine verwaltungstechnische
Veränderung: Die Kolonialabteilung wurde weitgehend unverändert in eine
eigenständige Behörde umgewandelt.
Das Reichskolonialamt war direkt dem
Reichskanzler unterstellt.
An der Spitze der Behörde standen ein
Staatssekretär und
ein
Unterstaatssekretär.
Das Reichskolonialamt verfügte über vier Abteilungen. Abteilung A befasste
sich mit politischen und allgemeinen Verwaltungsangelagenheiten, Abteilung B
bearbeitete Finanz-, Verkehrs- und technische Aufgaben und Abteilung C war für
Personalfragen zuständig. Als vierte Abteilung fungierte das Oberkommando der
Schutztruppen. Für Kassenangelegenheiten im engeren Sinne gab es eine
"Kolonialhauptkasse".
Als Beratungsgremium fungierte zunächst der
Kolonialrat, der aber 1908
aufgelöst und durch Fachkommissionen mit Sachverständigen ersetzt wurde. Für
wissenschaftliche, insbesondere geografische, Aufgaben existierte einige Jahre
vor der Auflösung des Amtes eine "Landeskundliche Kommission". 1911 wurde zudem
eine "Ständige Wirtschaftliche Kommission" gebildet. Im
Deutschen
Landwirtschaftsrat und in der
Deutschen
Landwirtschaftsgesellschaft gab es darüber hinaus Kommissionen, die eigens
zur Beratung des Reichskolonialamts gebildet wurden. Angesiedelt war die Behörde
in der Wilhelmstraße 62 in
Berlin. Die erhaltenen Akten des
Reichskolonialamts liegen im Bundesarchiv,
Außenstelle Berlin-Lichterfelde. Mit freundlicher Duldung von
wikipedia
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